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Betriebsveranstaltungen – Was kann ich absetzen?

Betriebsfeste sind immer eine gute Möglichkeit, gemeinsame Zeit außerhalb der Arbeit miteinander zu verbringen und die Kontakte zu vertiefen. Zusätzlich können mit den Kosten noch Steuern gespart werden.

Seit 2015 gewährt der Gesetzgeber dem Arbeitgeber dafür einen Freibetrag von 110 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr (bei max. zwei Veranstaltungen im Jahr). Darüber hinaus liegt steuerpflichtiger Arbeitslohn vor, der aber pauschal mit 25 Prozent versteuert werden darf. Zu den Kosten für die Betriebsveranstaltung gehören alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer, wie Speisen und Getränke, Übernachtungs- und Fahrtkosten, Musik, Eintrittskarten, Geschenke, Zuwendungen an Begleitpersonen (Ehegatten).

Zur Berechnung, ob sich die Zuwendungen des Arbeitgebers im Rahmen des Freibetrages bewegen, sind alle Aufwendungen zu gleichen Teilen auf alle Teilnehmer aufzuteilen. Der auf die Ehegatten entfallende Anteil ist dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen, hierfür gibt es keinen zusätzlichen Freibetrag. Der Arbeitgeber wird nicht in die Berechnung einbezogen.

Wichtig! Selbstkosten des Arbeitgebers, wie z. B. Kosten für die eigenen Räume, die für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden, gehören nicht zu den Kosten für en äußeren Rahmen und sind nicht mitzurechnen.

Für den Fall, dass die Teilnahme von mehr Arbeitnehmern geplant ist, als letztlich dabei sind, weil einige erkrankt sind, so ist die Berechnung für alle geplanten Mitarbeiter durchzuführen. Dies hat das Finanzgericht Köln mit Urteil vom 27. Juni 2018 entschieden und widerspricht damit der Finanzverwaltung. Bisher wurden die Kosten nur durch die anwesenden Teilnehmer geteilt. Dieser Fall ist nun beim Bundesfinanzhof anhängig.

Praxistipp! Dieses Urteil ist umgehend für alle noch nicht bestandskräftigen Fälle anzuwenden, also Lohnsteueranmeldungen der letzten 4 Jahre, die noch nicht zur Bestands-kraft durch Außenprüfungen geführt haben. Sie können jederzeit korrigiert werden. Lehnt Ihr Finanzamt die Korrektur ab, ist Einspruch einzulegen und der Ausgang des BFH-Urteils abzuwarten.

Für Rückfragen dazu stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Kathrin Reichert

Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Kathrin Reichert
Hauptstraße 52 in Riesa
Telefon: 0 35 25 – 7 79 44 33
Internet: www.steuerberatung-elbeelster.de
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