Sie sind hier: Start / Steuerrecht

.

Verträge mit Angehörigen – so nutzen Sie Ihre Steuer-Chancen

Einkünfte innerhalb der Familie zu verlagern, ist ein interessantes Steuersparmodell. Ein Ziel kann es sein, Unterhaltsleistungen für Kinder, die eigentlich steuerlich nicht abzugsfähig sind, in steuerlich abzugsfähige Kosten umzuqualifizieren.

Werden Einkünfte auf Angehörige mit niedrigerer Steuerbelastung verlagert, sparen die Familienmitglieder mit hohem Einkommen infolge des progressiven Einkommensteuertarifs mehr Steuern, als die Angehörigen mit niedrigerem Einkommen zusätzlich zahlen müssen. Daneben ist es oft vorteilhaft, Betriebsausgaben im Unternehmen zu generieren, die auch zu einer Steuerersparnis führen. So lassen sich durch den Abschluss von Arbeits-, Darlehens-, Miet- und Gesellschaftsverträgen zwischen Eltern und Kindern oft erhebliche steuerliche Vorteile erzielen. Wenn sich fremde Personen als Vertragspartner gegenüberstehen, kann man davon ausgehen, dass der Vertragsschluss von Interessengegensätzen gekennzeichnet ist. Verträge unter nahen Angehörigen sind dagegen vielfach von familiären Erwägungen bestimmt. An die steuerliche Anerkennung solcher Verträge werden daher strenge Anforderungen gestellt.

Grundsätzlich werden vertragliche Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen steuerlich nur anerkannt, wenn sie klar und ernstlich gewollt sind. Die zivilrechtlichen Voraussetzungen müssen beachtet werden. Vor allem aber muss der Inhalt von Verträgen dem entsprechen, was unter Fremden üblich ist. Schließlich müssen die Verträge auch vollzogen werden.

Tipp: Wahren Sie für jeden Vertrag die Schriftform, denn Sie tragen bei einem Streit mit dem Finanzamt wegen des Inhalts des Vertrags die Feststellungslast.

Minderjährige Kinder müssen bei Vertragsabschlüssen mit einem Elternteil durch einen Ergänzungspfleger vertreten sein. Die steuerliche Anerkennung eines Arbeitsverhältnisses setzt voraus, dass ein arbeitsrechtliches Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Die Arbeitsleistung muss tatsächlich wie von einem fremden Arbeitnehmer erbracht werden und die Lohnvereinbarung und -zahlung muss einem Fremdvergleich standhalten.

Zahlen Eltern ihren Kindern Zinsen aufgrund von entsprechenden Darlehensverträgen, können die Zinsen bei den betrieblichen Einkünften der Eltern als Betriebsausgaben abziehbar sein. Miet- und Pachtverträge unter nahen Angehörigen sind steuerrechtlich anzuerkennen, wenn sie klar, ernstlich gewollt und rechtswirksam sind und wenn der Inhalt und die Durchführung der Verträge dem entsprechen, was unter Fremden üblich ist.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Kathrin Reichert

Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Kathrin Reichert
Hauptstraße 52 in Riesa
Telefon: 0 35 25 – 7 79 44 33
Internet: www.steuerberatung-elbeelster.de
www.auditor-reichert.de


.