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Verträge zwischen nahen Angehörigen

Die steuerlichen Anforderungen der Rechtsprechung an die steuerliche Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen entwickeln sich ständig weiter. Sie sind steuerlich nur dann anzuerkennen, wenn die Verträge bürgerlich-rechtlich rechtswirksam vereinbart worden sind und sowohl die Gestaltung als auch die tatsächliche Durchführung des Vereinbarten zwischen Fremden üblich ist.

Die Beweislast hierfür trägt der Steuerpflichtige. Daher sind diese Verträge fortlaufend anzupassen.

Dies betrifft im Einzelnen z. B. Mietverträge zwischen nahestehenden Personen oder GmbHs, auf die man beherrschenden Einfluss ausüben kann. Beträgt die Miete für eine überlassene Wohnung weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete, dann ist die Vermietung zum Teil unentgeltlich und nicht alle Kosten sind abziehbar. Augenmerk liegt auch auf der Übernahme von Schönheitsreparaturen durch den Mieter und auf der Betriebskostenumlage durch den Vermieter. Entsprechen diese nicht dem Vorgehen wie bei Fremden, so ist mit Zuschlägen zu den Mieteinnahmen durch das Finanzamt zu rechnen. Dies führt wiederum zu einer höheren Steuer.

Ehegattenarbeitsverträge sowie Anstellungsverträge zwischen nahen Angehörigen unterliegen besonders dem Fremdvergleich. Hauptaugenmerk liegt hier auf der tatsächlichen Durchführung (regelmäßige Lohnzahlung durch Überweisung), PKW – Überlassung zur privaten Nutzung wie bei fremden Dritten, Angemessenheit des Arbeitslohnes der Höhe nach, zusätzliche variable Vergütungen.

Bei GmbHs müssen Verträge zwischen der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern sowie deren Angehörigen einem Drittvergleich standhalten. Wesentlich sind hier neben dem Mietvertrag und dem Geschäftsführeranstellungsvertrag vor allem der Darlehensvertrag. Dieser muss neben einer fremdüblichen Tilgung auch fremdübliche Zinsen aufweisen, wie vereinbart durchgeführt werden. Sind die getroffenen Vereinbarungen als unüblich einzustufen, besteht darin eine verdeckte Gewinnausschüttung mit der Folge, dass die unüblichen Aufwendungen nicht als Betriebsausgabe anerkannt werden und nachträglich versteuert werden.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2018.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Kathrin Reichert

Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Kathrin Reichert
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Telefon: 0 35 25 – 7 79 44 33
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