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Bußgelder, Geldstrafen, Ordnungsgelder, Verwarngelder …

… die von einem Gericht oder einer Behörde in Deutschland oder der EU festgesetzt werden, dürfen im Unternehmen nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden.

Bisher konnten Sie als Arbeitgeber solche Ausgaben ausnahmsweise für Ihre Arbeitnehmer übernehmen und als Betriebsausgaben geltend machen, wenn diese im überwiegend betrieblichen Interesse liegen. Im Einzelfall betrifft das beispielsweise Geldbußen wegen Falschparkens in der Fußgängerzone bei Zustelldiensten, weil ansonsten weite Fußwege zurückgelegt müssten werden müssen und dies zu einem hohen Zeit- und Kostenaufwand geführt hätte.

Nunmehr müssen solche Bußgelder als Arbeitslohn durch die Arbeitnehmer versteuert werden.

Übernimmt beispielsweise ein Spediteur die Bußgelder der bei ihm angestellten Fahrer wegen Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten, kann er diese steuerlich geltend machen. Der Arbeitnehmer muss dies jedoch versteuern in Form von Arbeitslohn.

Von einem Strafgericht zur Wiedergutmachung eines durch die Tat verursachten Schadens erteilte Geldauflage sind jedoch immer abziehbar. Gleiches gilt für Ausgleichszahlungen an das geschädigte Opfer.

Besteht ein steuerliches Abzugsverbot, so darf für drohende Sanktionen oder Bußgelder in der Steuerbilanz bei bilanzierenden Unternehmen keine Rückstellung gebildet werden. In der Handelsbilanz ist für diese ungewisse Verbindlichkeit jedoch zwingend eine Rückstellung zu bilden.

 

Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Kathrin Reichert
Hauptstraße 52 in Riesa
Telefon: 0 35 25 – 7 79 44 33
Internet: www.steuerberatung-elbeelster.de
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