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Verdienter Sieg des Handwerks

Viel zu oft holt sich das Bürokratiemonster aus Brüssel seine Beute gerade bei Unternehmern wie den Handwerkern. Als Folge belasten Mehraufwand und häufig auch höhere Kosten dann Betriebe und Verbraucher.

Deshalb zweifeln die Bürger auch aufgrund negativer Erfahrungen dann am Rechtsstaat, an Institutionen und auch an dem guten Projekt „Europa“. Genauso bahnte es sich auch an, als die EU-Kommission vor über einem Jahr ihr „Dienstleistungspaket“ mit der elektronischen Dienstleistungskarte vorlegte. Diese sollte in der Theorie ermöglichen, dass Unternehmer und Handwerker sich nur noch einmal in ihrem Heimatland steuerlich registrieren müssen, um dann ihre Dienstleistungen auch im EU-Ausland anbieten zu können.

Auch in dieser Zeitung wurde darüber berichtet und ich persönlich positionierte mich klar mit meiner Aussage: „Wir brauchen keine Dienstleistungskarte.“ Mit der Rückendeckung der sächsischen Handwerksbetriebe, der Handwerkskammern und in diesem Fall sogar der Gewerkschaften, stellte ich im Industrieausschuss den Antrag auf Zurückweisung des kompletten Kommissionsvorschlages. Diese Maximalforderung wurde anfangs auch von einigen Kollegen belächelt und der Erfolg stand in den Sternen. Was nun folgte, war ein Marathon an Gesprächen, Anhörungen, Veranstaltungen und Diskussionsrunden, in denen Mehrheiten für meine Forderung gesammelt wurden. Unterstützt wurde ich dabei mit vielen guten Argumenten und Praxisbeispielen von der Basis aus der Mitte des Handwerks. 15 Monate intensive Lobbyarbeit haben sich gelohnt. Nicht nur im Industrieausschuss, sondern auch in drei weiteren Ausschüssen wurde schließlich der Kommissionsvorschlag zurückgewiesen. Das Parlament wird sich im Plenum gar nicht mehr mit dieser Problematik befassen. die elektronische europäische Dienstleistungskarte ist vom Tisch! Das ist ein Sieg für das Handwerk und zeigt, auch wenn es oft langwierig ist, es lohnt sich, gemeinsam zu kämpfen. Dies sollte Mut machen für andere Aufgaben.


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