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Wir brauchen keine EU-Plastiksteuer!

Zu Jahresbeginn verkündete EU-Kommissar Günther Oettinger, dass die EU-Kommission über die Einführung einer Plastiksteuer nachdenkt. Schnell und wie ich finde zu Recht, stieß dieser Vorschlag auf heftige Kritik: Muss die EU wirklich dem Bürger vorschreiben, wie er Plastik zu verwenden hat und mit einer Steuer drohen? Nein!

Fakt ist aber auch, dass Europa ein Viertel des weltweiten Plastikverbrauchs verur-sacht und Deutschland mit einem Plastikverbrauch von 37 kg pro Kopf über dem europäischen Durchschnitt liegt. Derweil ist die Recyclingrate von Plastik in Deutschland bei gerade einmal 42 Prozent, im Vergleich zu 90 Prozent bei unserem europäischen Nachbarn Dänemark. Bis 2050, so wird geschätzt, wird es in den Meeren mehr Plastik als Fische geben, zudem braucht eine Plas-tikflasche ca. 450 Jahre im Meer, um sich aufzulösen, und dabei ist sie nicht einmal vollständig zersetzt, sondern lediglich in kleinere, kaum sichtbare Teilchen zerfallen. Hier muss etwas getan werden, denn auch wir sind letztendlich vom ökologischen System der Welt abhängig.

Doch muss es deswegen gleich eine Steuer sein? Und ist die Europäische Union primär dafür verantwortlich? Eine Steuer allein wird dieses Problem nicht lösen, viel mehr schafft sie wieder Ablehnung gegenüber der EU und nur Verdruss über dieses doch wichtige Thema. Es ist notwendig, ein Bewusstsein für den Plastikverbrauch zu schaffen, dass z. B. eine Plastiktüte vielleicht nicht bei jedem Einkauf notwendig ist, denn statistisch gesehen hat eine Plastiktüte nur eine durchschnittliche Gebrauchsdauer von 25 Minuten.

Viele Gewerbetreibende und Handwerker haben schon umgedacht und verlangen nun z. B. einen kleinen Betrag beim Erwerb eines Plastikbeutels und einige Geschäfte schwenken sogar ganz auf Papiertüten um, wenn es um das Verpacken geht. Dafür braucht es keine extra Steuer, sondern bessere Alternativen für Plastik und bessere Möglichkeiten des Recyclings. Hierbei muss die EU unterstützen und die Führung übernehmen. Die Entscheidung muss jedoch in solchen Angelegenheiten weiter beim Bürger und nicht beim Gesetzgeber liegen.


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