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Offene Werkstätten als zentraler Bestandteil der Fachkräftesicherung

Digitalisierung zum Anfassen – 3D-Scan- und Drucktechnologie in der Andreas-Gordon-Schule Erfurt.Die Handwerkerinnen und Handwerker der Zukunft entstehen nicht in einer digitalen Wolke, sondern an den (zukunfts-) technologischen Schnittstellen der Gegenwart. Doch wo sind diese zu finden? Daheim vor dem Computer, am Smartphone, in den Schulen oder in den Aus- und Weiterbildungszentren? Der langwierige Prozess der Fachkräftesicherung in der Region muss jetzt beschritten werden – und das mit den richtigen Mitteln!

Warum eine offene Werkstatt für die Region?

Eine offene Werkstatt (engl. FabLab, fabrication laboratory) in der Elberegion scheint der richtige Weg zu sein, gleich mehrere Herausforderungen zu meistern. Sowohl die Ausbildung von Handwerkern/-innen als auch das Handwerk insgesamt können davon profitieren. In den Oberzentren wie Leipzig, Dresden oder Chemnitz gibt es diese Form der Werkstätten seit Längerem. Das Angebot, bestehend aus holz- oder metallverarbeitenden Maschinen, aber auch 3D-Druckern und Computern, darf jeder nutzen, um seine Ideen umzusetzen. Offene Werkstätten können in diesem Sinne begeistern, indem sie Beschränkungen und Zugänge zu Ressourcen und Know-how auf ein Minimum reduzieren. Allein auf weiter Flur fehlen solche Angebote in der Ausbildung.

Innovationsprojekt „Offene Werkstatt“

Innerhalb des Projekts der Kreishandwerkerschaft Region Meißen und ihren Projektpartnern „WIR! – Das Handwerk als Innovationsmotor in der Elberegion Meißen“ wurde bereits während der Innovationskonferenz (Bericht Zunftglocke 3/2018, S. 19), aber auch während des ersten Innovationsclubs Ende Juni 2018 durch das Handwerk festgestellt, dass eine offene Werkstatt als ein zentrales Element der Fachkräftesicherung anzusehen ist. Bereits am 13. August 2018 traf sich die Arbeitsgruppe „Offene Werkstatt“ als Ergebnis der vorangegangenen Diskussionen, um wichtige Fragen hinsichtlich materieller und pädagogischer Details in der Ausstattung gemeinsam mit Handwerkern/innen zu erörtern.

Internationale und nationale Referenzbeispiele

Wie offene Werkstätten und zukunftsfähige Konzepte im Handwerk aussehen können, davon konnten sich die Kreishandwerkerschaft Region Meißen und ihre Projektpartner/-innen Anfang Mai 2018 bei einer Fachexkursion zum „Werkraum Bregenzerwald“ in Österreich überzeugen. Das Kooperationsprojekt zwischen Handwerk und Kreativwirtschaft ist als Modell für neues Handwerk international anerkannt. Die dort angesiedelte „Werkraumschule“ setzt durch ihren generalistischen Ansatz des Ausprobierens im Handwerk neue Maßstäbe. Lehre, Angebote in der Berufsorientierung und Fachschule (ähnlich FOS Dtl.) werden in einer fünfjährigen Ausbildung ab Klasse neun stark praxisorientiert miteinander kombiniert.
Eine weitere Exkursion führte Vertreter der Kreishandwerkerschaft zum 3D-Kompetenzzentrum in die Andreas-Gordon-Schule nach Erfurt. Der Lehrraum für additive Fertigungsverfahren kann auch als Prototyp einer offenen Werkstatt in der Ausbildung angesehen werden, der die 3D-Druck-Technologie fächerübergreifend in den bestehenden Lehrplan einbindet. Durch den innovativen Praxisbezug entsteht ein Gewinn für Schüler, Auszubildende, Handwerker und Lehrende.

Die Vision – Offene Werkstatt als Hort der Innovation in der Elberegion

Von diesen Erfahrungen kann die Elberegion enorm profitieren, indem sie die Chance
bietet, bestehende Strukturen der Ausbildung mit neuen Ansätzen zu bestücken. Dabei müssen die Einbindung neuer Technologien sowie attraktive Ausbildungskonzepte gleich zu Beginn einen hohen Stellenwert bekommen, um die Begeisterung für handwerkliche Tätigkeiten durch das Konzept „Offene Werkstatt“ frühzeitig zu erkennen, zu fördern und anzuerkennen. Das Ziel: Selbstständige Handwerker, die trotz ihrer Spezialisierung
gewerkeübergreifend agieren und den technologischen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen sind.

Weitere Termine des WIR!-Projekts für Sie:

12. September 2018, 17:00 – 19:00 Uhr
Innovationsclub III – „Mit neuen Wegen in Marketing und Vertrieb zum Erfolg“
Restaurant „Mücke“, Stadtpark Großenhain

14. September 2018, 9:30 – 18:00 Uhr
Innovationswerkstatt – „Entwicklung von Kooperationsprojekten zwischen Handwerk und Kreativwirtschaft“
WohnKulturGut Gostewitz
(begrenzte Teilnehmerzahl!)

27. September 2018, 10:00 – 12:00 Uhr
Ergebniskonferenz WIR!-Projekt
Riesa

Anmeldungen und nähere Informationen:

Stephan Franck
Wiss. Mitarbeiter/Projektmanagement
Hauptstraße 52
01589 Riesa
Telefon: 0 35 25/73 39 63
Email: franck@khs-meissen.de

(Foto: KHS)


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