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Obermeister in Brüssel

Auf Initiative des Landrates Arndt Steinbach und auf Einladung von Hermann Winkler (MEP) waren die Obermeister zu Gast in Brüssel. Die Teilnehmer waren gut vorbereitet, um eine Reihe von Fragen klären zu können. Das Besuchsprogramm wurde sehr gut von den Mitarbeitern vor Ort vorbereitet.

Gleich zu Beginn des Besuches im Parlament erhielten die Teilnehmer einen organisatorischen Überblick über das Funktionieren des EU-Apparates. Für viele ein interessanter Einblick, da man sich ja oft die Frage stellt, wie die 28 Staaten unter dem Dach der Europäischen Union harmonieren. Im Anschluss stellte sich Herman Winkler den vielen Fragen der Obermeister. Schnell diskutierte man dabei über Notwendigkeit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung. Es wurde durch die Teilnehmer sehr deutlich gemacht, welch enormer Aufwand ein Handwerksbetrieb dafür aufbringen muss. Und trotzdem bleibt die Unsicherheit, ob er denn alles richtig gemacht hat.

Beim anschließenden Besuch der sächsischen Landesvertretung und der Vertretung des Zentralverbandes Deutsches Handwerk kam man ebenfalls schnell zu diesen Themen.
 
Alle Beteiligten diskutierten sachlich und tauschten ihre Argumente aus. Jeder gewann den Eindruck, dass die Vertreter vor Ort sehr genau um die Probleme bei Vereinheitlichungen in Europa wissen, es dennoch schwierig bleibt, diese den anderen Vertretern der Mitgliedsstaaten zu vermitteln. Zu stark sind dabei auch die Unterschiede, wie beispielsweise in Fragen der handwerklichen Ausbildung. Fachleute wurden bei der Diskussion hinzugezogen bzw. Themen, wie zum Beispiel die zu erwartende Tachographen-Verordnung, aufnotiert, um später Antworten zu geben.

Umgekehrt war man froh und dankbar, einmal direkt von der Basis informiert zu werden. Welche Auswirkungen zum Beispiel einige EU-Gesetze vor Ort haben und wie dabei die gute Idee vom vereinigten Europa völlig in den Hintergrund rückt. Schwierig bleibt auch, dass der Bund bzw. das Bundesland gern Brüssel zum Verantwortlichen machen. Insbesondere dann, wenn es unbequem ist, wie bei der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Als Fazit und Kenntnis dieser Reise wurde durch alle Teilnehmer festgestellt, dass viel zu wenig und oftmals zu spät oder an falscher Stelle über anstehende Herausforderungen diskutiert wird. Die dadurch entstandenen Missverständnisse kann man durch viel mehr Informationen abbauen. Denn Halbwissen führt oftmals zu Fehlbeurteilung und schadet letztendlich allen.

Stella Ullrich, Praktikantin
(Fotos: KHS)


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