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Rücklage für Ersatzbeschaffung bei höherer Gewalt

Autor: root 09.06.2021

In diesen Wochen haben wir erlebt, wie durch Naturereignisse privates und betriebliches Vermögen in kürzester Zeit zerstört werden kann.

Und so manch ein betroffener Unternehmer fragt sich, wie steuerlich seine zerstörten Betriebsgebäude, seine Maschinen und die Versicherungserstattung zu behandeln sind. Scheidet ein Wirtschaftsgut aus dem Betriebsvermögen aus, dann werden stille Reserven aufgelöst, so z. B. bei einer Betriebsveräußerung oder Betriebsaufgabe. Geschieht dies aber aufgrund höherer Gewalt oder wegen eines behördlichen Eingriffs, so kann die Aufdeckung stiller Reserven und deren Besteuerung vermieden werden.

Weitere Voraussetzung ist die (zumindest beabsichtigte) Anschaffung eines funktionsgleichen Ersatzwirtschaftsgutes innerhalb einer bestimmten Frist.

Als höhere Gewalt gelten Brand, Sturm, Überschwemmung oder auch andere unabwendbare Ereignisse, wie z. B. Diebstahl oder ein unverschuldeter Unfall.

Beispiel: Durch ein Hochwasser wird von einem Tischlereiunternehmen eine große Sägemaschine so beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Diese Maschine hatte nach Abschreibungen noch einen Buchwert von 4.000 Euro. Die Versicherung erstattet 10.000 Euro. Damit werden 6.000 Euro stille Reserven aufgedeckt, die eigentlich zu versteuern wären. Das Tischlereiunternehmen schafft aber eine neue Sägemaschine für 20.000 Euro an und kann die 6.000 Euro übertragen. Er schreibt damit künftig von der reduzierten Bemessungsgrundlage der neuen Maschine in Höhe von 14.000 Euro ab. Die stillen Reserven von 6.000 Euro sind nicht zu versteuern.

Plant er die Anschaffung der neuen Maschine erst im Folgejahr, so bildet er im Jahr des Hochwassers eine Rücklage für Ersatzbeschaffung in Höhe von 6.000 Euro und überträgt sie im Zeitpunkt der Neuanschaffung.

Für Rückfragen hierzu steht Ihnen gern zur Verfügung:


Kathrin Reichert
Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin

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04932 Röderland OT Prösen
Telefon: 0 35 33/48 81 30 
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