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Auf ein Wort

 Von Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer | Zunftglocke 04/2018

Jens Torsten Jacob Geschäftsführer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

allerorts wird von Handwerk 4.0 gesprochen. Digitalisierung, 3D-Technologie, Innovation, künstliche Intelligenz und viele andere mehr sind dabei die Schlagwörter. Befasst man sich etwas mit diesem Bereich, stellt man sich relativ schnell die Frage, wie passen neue Technologien mit traditionellem Handwerk zusammen. Ist es nicht so? Aber ja, so glaube ich, denn das Handwerk passt durchaus in diesen Kontext. Auch wenn man das nicht immer gleich an die „große Glocke“ hängt. Und das seit mindestens 4.000 Jahren. Schaut man in die Geschichte, so hat insbesondere schon immer das Handwerk zu einer beflügelten Technik beigetragen. Der Beweis sind die Pyramiden. Auch wenn wir noch nicht so genau wissen, wie die enormen Bauwerke errichtet worden sind, so wissen wir, dass es Handwerker waren und nicht die Pharaonen.

Die Kreishandwerkerschaft ist nun seit April damit beschäftigt, Innovationen des Handwerks vor Ort sichtbar zu machen. Im Rahmen des WIR-Projektes (Wandel durch Innovation in der Region) sind eine Reihe von Aktivitäten auf den unterschiedlichsten Ebenen und mit unterschiedlichsten Akteuren durchgeführt worden und noch weitere geplant. Ich für meine Einschätzung kann schon jetzt sagen, dass allein durch die verschiedensten Interessen eine hoch interessante Sichtweise entsteht. So wurde beim ersten Innovationsclub über die Frage und Sinnhaftigkeit einer offenen Werkstatt diskutiert. Beispiele zeigten, wie und mit welchen neuen Möglichkeiten andere dabei erfolgreich waren. Doch nicht jedes gute Beispiel ist für unsere Region relevant. Es ist jedoch eine kreative Möglichkeit, neue Wege aufzuzeigen und dann diese letztendlich auch gemeinsam zu gehen. Der Schwerpunkt und die besondere Sichtweise liegen bei uns zu diesem Thema „Offene Werkstatt“ auf der Nachwuchsentwicklung. Dabei sehen alle Beteiligten nicht nur oder ausschließlich die berufliche Orientierung von Schülern, sondern auch eine Bereicherung für Auszubildende und Studierende.

Ähnlich neue Ansätze findet man in der Gemeinschaft der Handwerkerinnen und Handwerker die die Themen der Werbung, Kommunikation und Außendarstellung des regionalen Handwerks bearbeiten. Hier hat sich innerhalb der Kreishandwerkerschaft eine Interessengruppe (Marketingclub regionales Handwerk) von Handwerkern gebildet, die mit neuen, witzigen und kreativen Ideen die Wahrnehmung des Handwerks bei Jugendlichen vor Ort positiv entwickeln will. Fachlich flankiert können und werden sicher hierbei ebenfalls neue gemeinsame Wege beschritten werden.

Neue Produkte oder Dienstleistungen als Innovation im Handwerk definieren wir als einen weiteren Schwerpunkt. Dabei fokussieren wir uns auf das Zusammenwirken von Handwerkern mit der Kreativwirtschaft. Schon bei den Vorbereitungen, den ersten Kontakten und den bereits zur Innovationkonferenz stattgefundenen Workshops ist das enorme Potenzial erkennbar. Hier glaube ich, dass es noch zu mehr Mut im Handwerk kommen muss. Oftmals ist man sich seiner Idee, anderen Technologien oder neuem möglichen Produkt gar nicht recht bewusst. Es fehlt an Zeit und Muße sich dieser Thematik zu stellen. Aus diesem Grund planen wir einen Ideenwettbewerb, um Motivation bei uns im Handwerk zu schaffen um letztendlich diese Thematik zu befruchten.

Sie sehen, liebe Leser, Handwerk 4.0 ist bereits bei uns angekommen und ich bin mir sicher, auch gut aufgehoben. Wenn Sie mitmachen wollen oder Anregungen haben, lade ich Sie recht herzlich dazu ein.

In diesem Sinn verbleibe ich mit handwerklichen Grüßen

Jens-Torsten Jacob
Geschäftsführer