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Kreishandwerkerschaft im Sächsischen Landtag

Kreishandwerkerschaft im Sächsischen Landtag

Liebe Leser, die Kreishandwerkerschaft wurde zu einer Diskussionsrunde in den Landtag eingeladen. An dieser Veranstaltung nahm auch Frau Stella Ullrich, die ihr Praktikum zum gleichen Zeitpunkt bei uns absolvierte, teil. Es ist uns wichtig, jungen Leuten einen möglichst umfassenden Einblick in unsere Tätigkeit während ihres Praktikums zu geben. Im Nachgang haben wir Frau Ullrich gebeten, einen Bericht aus ihrer Sicht zu schreiben. Doch lesen Sie selbst:

Am 3. Mai 2018 trafen sich die Kreishandwerkerschaft Region Meißen und einige Handwerker mit Herrn Dr. M. Rößler, Frau D. Kuge, Herrn B. Belafi, Herrn G. Mackenroth und Herrn S. Fischer im Landtag in Dresden. Drei Stunden lang konnten die Handwerker, Vertreter und Vertreterinnen der Innungen von Meißen, Riesa und Großenhain den anwesenden CDU-Politikern ihre Probleme und Ängste schildern. Die großen Hauptthemen waren die kommende Datenschutz-Grundverordnung, welche am 25. Mai 2018 in Kraft trat, und die Frage nach Abhilfe der immer mehr fehlenden Auszubildenden des Handwerks in Meißen und Umgebung. Es dauerte nicht lang, bis die Politiker bemerkten, dass nicht nur diese Themen den Handwerkern unter den Nägeln brennen. 
Daraus folgten weitere Diskussionen zu den Themen: die Förderung ländlicher Berufsschulen, um die Ausbildungsklassen bestimmter Gewerke wieder vollzubekommen; die Berufsorientierungsprobleme bei Schülern der Klassen vier bis 13; die Dieselfahrverbote, welche vielen Handwerkern das Arbeiten erschweren könnten; die Probleme bei der Ausbildung von 
Asylanten, da es zum ständigen Kampf gegen eine Abschiebung kommt, was auch kostenintensiv ist; die Unterschiede zwischen Ost und West sind immer noch vorhanden. 
Außerdem wurde eine Idee der Kreishandwerkerschaft und der Kreativwerkstatt vorgestellt, welche die Förderung von handwerklichen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen unterstützen soll und mehr Aufmerksamkeit auf die handwerklichen Berufe lenken möchte. Die CDU-Politiker fanden diese Idee sehr gut und sicherten den Beteiligten Unterstützung zu. Nun möchte ich diesen Tag aus meiner Sicht beschreiben.

Ich fand den Tag und diese Besprechung mitzuerleben, sehr spannend. Mich hat sehr erstaunt, dass die Politiker so ehrlich waren. Wie ich zu dieser Meinung gekommen bin? Hier einige Beispiele dafür: Bei der Erklärung der neuen Datenschutzrichtlinien gab Herr G. Mackenroth offen zu, dass er selbst wenig Fachwissen über dieses Thema besitzt, da nur ein Experte sich damit genau auskennen kann. Er versucht außerdem eine Hotline für weitere Fragen zum Thema Datenschutz zu erstellen, damit „nicht Sie schlaflose Nächte haben, sondern die, die es verzapft haben“. Folgender Satz hat mich und auch die Diskussion geprägt: „Ein Ochse gibt Ihnen auch nur das Fleisch, was können sie dann von einem Politiker erwarten?“ (G. Mackenroth). Das zeigt das Interesse der Politiker, aber sie können leider auch nicht schnelle Wunder vollbringen. Erstaunlich lustig verlief der Meinungsaustausch, welcher durch Witze und lustiger Selbstkritik ein Gefühl von Lockerheit vermittelte. Zum Beispiel der ständige Bezug auf die B 169, was eher eine kleine Schande wegen des stagnierenden Baus ist, wurde oft mit eingebracht.

Noch viel überraschender waren die Aussagen, dass die Politiker es selbst meist zu übertrieben finden, wie korrekt und akkurat Deutschland bestimmte politische Entscheidungen durchführt. Beispielsweise nutzt Deutschland bei den neuen Richtlinien des Datenschutzes keine „Schlupflöcher“, um Lockerungen zu erzielen. In der Dieselgeschichte versuchten sie, die Teilnehmer zu beruhigen, da sie selbst nicht an eine Durchsetzung glauben. Die Gründe dafür wären, dass die Schadstoffwerte in Sachsen bis jetzt immer noch im grünen Bereich liegen und der Diesel einer der besten Kraftstoffe ist, besonders für schwere Maschinen und beim Befahren von weiten Strecken. Allgemein brachten die CDU-Politiker viel Verständnis und Hilfe mit gedanklichen Ansätzen den Handwerkern entgegen, waren stets freundlich, haben auf alle Fragen geantwortet und oft auch selbst neue Fragen eingebracht. Ich persönlich hoffe sehr, dass diesen Worten, auch Taten folgen.

 

Stella Ullrich, Praktikantin
(Foto: KHS)