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Autor: root 05.10.2021

Auf ein Wort

 Von Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer | Zunftglocke 05/2021

Jens Torsten Jacob Geschäftsführer

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

Deutschland hat gewählt und jetzt gilt es, zügig eine tragfähige Regierung zu bilden. Die Stimmung trübt sich in vielen Branchen (bis auf das Baugewerbe) ein. Vor allem Liefer­engpässe und Sorgen vor neuen Corona-Beschränkungen im Herbst 2021 belasten die Unternehmer. Viele Handwerksbetriebe klagen über Engpässe bei der Lieferung von Materialien. Wenn Teile fehlen, können Aufträge nicht bearbeitet werden – da nutzt auch kein volles Auftragsbuch. Daher gilt es, rasch die Regierungsbildung anzugehen. Eine monatelange Hängepartie und langwierige Sondierungen wie vor vier Jahren können wir uns nicht leisten. Außerdem gilt es, das Wahlergebnis zu analysieren. Das Auseinander­driften von Stadt und Land sollte dabei insbesondere in den Fokus genommen werden. Der ländlich geprägte Raum, mit seinen Besonderheiten wird augenscheinlich bei den Regierenden zu wenig wahrgenommen und findet keine ausreichende Berücksichtigung. Ich glaube, wenn in Dresden die Straßenbahn die gleiche Taktung hätte, wie bei uns der Bus vom öffentlichen Nahverkehr, würde die Politik deutlich schneller reagieren.

Im Herbst eines jeden Jahres wird wieder mehr auf die Ausbildungssituation im Handwerk geschaut. Zum einen bei den Abschlüssen und zum anderen auf die Neuanmeldungen. Auch wenn noch keine abschließenden Zahlen der Anmeldungen vorliegen, deutet sich an, dass der befürchtete Einbruch bei den Anmelde­zahlen der zukünftigen Azubis ausbleibt. Vor dem Hintergrund möglicher wirtschaftlicher Corona-Auswirkungen und der für uns schlecht ausgegangenen Teilschulnetzplanung der Be­rufs­schulen in Sachsen waren die Prognosen für das Ausbildungsjahr 2021/2022 sehr getrübt. Es war berechtigt zu befürchten, dass es insbesondere im Friseurhandwerk und bei den Kosmetikerinnen eine Zurückhaltung bei der Neueinstellung von Auszubildenden gibt. Das dies letztendlich nicht eintrat, ist vor allem dem Optimismus der Meisterinnen und Meister und das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Handwerks zu verdanken. Betrachtet man die diesjährigen Abschlüsse, so kann man mit Freude vermelden, dass es ein sehr guter Ab­schlussjahrgang im Kreis Meißen war.

Diese Einschätzung leiten wir insbesondere der Tatsache ab, dass wir eine Gesellin und sechs Gesellen für die Vergabe des diesjährigen Ausbildungspreises im November 2021 vorgesehen haben. Zur Erinnerung, es hat schon Jahre gegeben, da konnten wir diese Veranstaltung nicht durchführen. Umso zufriedener sind wir in diesem Jahr.

Erfreut hat uns auch, dass wir zwei Jugendliche in der Einsatzstelle der Sächsischen JugendBauhütte begrüßen konnten. Für ein Jahr werden sie im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres die Aktivitäten der offenen Werkstatt unterstützen. Gleichzeitig lernen sie in diesem Jahr das regionale Handwerk in seiner Vielfalt und mit seinen Möglichkeiten kennen. Es ist für uns als Kreishandwerkerschaft ein neuer Weg und damit eine weitere Möglichkeit, berufliche Lebensorientierung geben zu können. Eine Herausforderung – der wir uns gern stellen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit handwerklichen Grüßen

Jens-Torsten Jacob
Geschäftsführer