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Autor: root 18.08.2021

Auf ein Wort

Von Peter Liebe, Kreishandwerksmeister | Zunftglocke 04/2021

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Liebe Handwerkskolleginnen und Handwerkskollegen,

es zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab, die Corona-Pandemie können wir überwinden.

Normalität zieht so langsam in unser Leben wieder ein. Viele Menschen haben sich impfen lassen oder sind genesen, man kann wieder Verwandte und Freunde treffen und die ungeliebte Maske muss nur noch in wenigen Lebenssituationen getragen werden. Was ist das für ein tolles Gefühl, endlich mal wieder mit Freunden Essen zu gehen oder eine Familienfeier im größeren Rahmen auszurichten. Auch Einschränkungen im beruflichen Alltag gibt es kaum noch.

Wir wollen nicht vergessen, dass viele Betriebe hart um ihre Existenz kämpfen mussten bzw. noch müssen und dass viele unserer Handwerkerfamilien um liebe Angehörige trauern – aber es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren, obwohl die Wissenschaftler eine 4. Welle schon fast herbeireden und für den Herbst bzw. Winter geplante Märkte schon jetzt wieder abgesagt werden.

Jetzt ereilt unser Land schon die nächste Katastrophe, das verheerende Unwetter in Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz mit Hochwasser und unbeschreiblichen Verwüstungen, für die man keine Worte hat. Hinzu kommt hier noch der Verlust an Menschenleben. Dazu die Überflutungen in Sachsen (Sächsische Schweiz ) und in Bayern. All diese Regionen, die Betroffenen und die vielen zerstörten Orte, brauchen unsere Hilfe. Ich habe immer noch die Bilder der Hochwasser von 2002 und 2013 in Sachsen im Kopf, als es auch unsere Region traf, und erinnere mich noch allzu gut an die Hilfen, die aus allen Teilen unseres Landes kamen. Bitte geben Sie etwas zurück und spenden Sie, die Handwerkskammer hat ein Spendenkonto eingerichtet, auch kleinere Beträge können etwas bewirken, wenn viele etwas geben.

Befremden löst bei mir die Tatsache aus, dass nun selbst ernannte Klimaforscher und Aktivisten noch mehr Klimaschutz fordern. Getreu dem Vers von Emanuel Geibel „... und es mag am deutschen Wesen, einmal noch die Welt genesen" (1861), sollen die Klimaziele deutlich angehoben werden.

Wer soll das eigentlich bezahlen? Auf dem Rücken unserer Betriebe wird hier wieder Politik gemacht und Leute, die meistens von Handwerk und Industrie keine Ahnung haben, bürden uns Lasten auf, an denen viele von uns Handwerkern zu zerbrechen drohen. Ja, es muss etwas für den Klimaschutz getan werden – aber wir als Deutschland können das nicht allein stemmen. Im September 2021 ist Bundestagswahl. Gehen Sie zu Wahlveranstaltungen und löchern Sie die Kandidaten ihres Wahlkreises mit Fragen zu den fürs Handwerk relevanten Themen. Lassen Sie sich nicht mit Plattitüden abspeisen, sondern fordern Sie konkrete Aussagen. Das wird den Politikern nicht gefallen, aber sie sollen merken, dass wir Handwerker genau hinsehen, wer sich für unsere Belange einsetzt.

Mit handwerklichen Grüßen

Peter Liebe