.
Autor: root 29.04.2021

Auf ein Wort

Von Peter Liebe, Kreishandwerksmeister | Zunftglocke 02/2021

vorstand_Peter_Liebe.jpg

Liebe Handwerkskolleginnen und Handwerkskollegen,

eine Legislaturperiode der Kreishandwerkerschaft Region Meißen liegt hinter uns, die nächste steht an – eine gute Gelegenheit, um einmal auf die letzten viereinhalb Jahre zurückzuschauen. Vieles haben wir geschafft, aber wir mussten auch Niederlagen verkraften. Insgesamt können wir durchaus eine positive Bilanz ziehen!

Unsere Innungen haben wir nach besten Kräften unterstützt, bei einigen die Geschäftsführung besorgt, Lehrlingsfreisprechungen organisiert, Mitgliederversammlungen durchgeführt – jederzeit waren wir der kompetente Ansprechpartner rund ums Handwerk. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Dresden haben wir in diesen Jahren über 100 Goldene Meisterbriefe an unsere Altmeister übergeben und ich bin mir sicher, dass alle, die dabei waren, sich sehr gern an diese Veranstaltungen erinnern.

Einige Sorgen bereitet uns nach wie vor der Nachwuchs. Die Quote der Abbrecher ist hoch, einige schaffen den Lehrabschluss gar nicht und die jungen Leute rennen uns beileibe nicht die Türen ein. Umso wichtiger ist es, unsere Anstrengungen beim Werben um neue Lehrlinge weiter zu intensivieren. Aber es gibt sie auch noch – die Guten, die Fleißigen, die Lernwilligen, die talentierten Mädchen und Jungen. Einige von ihnen konnten in den letzten Jahren stolz unseren Ausbildungspreis in Empfang nehmen.

Eine Kreishandwerkerschaft ist immer auch die politische Vertretung des Handwerks im jeweiligen Landkreis. In unzähligen Gesprächen haben wir versucht, den Politikern die Standpunkte unserer Mitgliedsbetriebe nahezubringen. In den Wahljahren haben wir ihre Aufmerksamkeit, in den Jahren dazwischen ist das schon schwieriger. Ganz deutlich gemerkt haben wir das beim Thema Berufsschulnetzplanung. Da wurde uns ein Vorschlag unterbreitet, unsere zahlreichen Einwände und sämtliche Diskussionen waren jedoch vergebens – der Vorschlag wird zu 99 Prozent umgesetzt. Damit verliert der Landkreis Meißen seine gesamte Bauausbildung in den Berufsschulen.

Schwer zu verdauen sind auch die zahllosen Verordnungen und Gesetze, die in den letzten Jahren verabschiedet und eingeführt wurden. Beispiele gefällig? Bitteschön: Dämmstoffentsorgungsverordnung, Gesetz zum Schutz vor Manipulation an Registrierkassen, Gewerbeabfallverordnung, Datenschutzgrundverordnung und seit Neuestem die Bonpflicht. Da wird immer von Bürokratieentlastung gesprochen, aber das Gegenteil ist der Fall.

Viel erfreulicher waren die leuchtenden Kinderaugen im Trinitatiskindergarten Riesa, als wir das neue Spielehaus gemeinsam eingeweiht haben. Das war ein richtiger Volltreffer, sowohl beim Aufbau zum Tag der Sachsen 2019 in Riesa als auch zur Einweihung im Kindergarten. Das war nachhaltige Werbung fürs Handwerk und wurde auch in der Öffentlichkeit so wahrgenommen.

Ich könnte hier noch viele tolle Projekte benennen, die wir durchgeführt haben oder die zurzeit laufen. Eine dieser Erfolgsgeschichten halten Sie gerade in der Hand. Was unsere Geschäftsstelle mit der Zunftglocke sechsmal im Jahr auf die Beine stellt, kann sich sehen lassen: Eine tolle Mitgliederzeitschrift mit interessanten Themen und Beiträgen und für alle Handwerker im Kreisgebiet kostenlos. Alle Themen, die ich hier angesprochen habe, sind ausführlich in den Ausgaben seit Oktober 2016 nachzulesen.

Eine neue Legislaturperiode ist auch eine gute Gelegenheit, einmal Danke zu sagen: Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei den Mitgliedern des alten Vorstandes für die gute konstruktive Zusammenarbeit und bei unserer Geschäftsstelle mit unserem Geschäftsführer Jens-Torsten Jacob an der Spitze für Ihren unermüdlichen Einsatz fürs regionale Handwerk.

Wie soll es nun weitergehen? Was sind die Ziele des neuen Vorstandes? Als Hauptaufgaben bleiben natürlich die Betreuung unserer Innungen, die Werbung um neue Auszubildende, die Interessensvertretung für unsere Mitgliedsbetriebe – aber auch die Weiterführung unseres erfolgreichen WIR-Projektes.

In diesem Sinne verbleibe ich mit handwerklichen Grüßen

Peter Liebe