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Sächsischer Meisterpreis im Tischlerhandwerk 2021

Autor: root 09.06.2021

1.Platz: Schreib- und Arbeitsplatz

Der von den Tischlerinnungen ausgerichtete Landeswettbewerb „Sächsischer Meisterpreis im Tischlerhandwerk" konnte nach mehrfacher Verschiebung unter strengen Corona-Auflagen vom 28. bis 30. Mai 2021 stattfinden. Gastgeber Furnier- und Schnittholz Handelsgesellschaft mbH stellte eine komplette Lagerhalle zur Verfügung – Kunden durften die außergewöhnlichen Exponate bewundern.

Eine Tischlermeisterin und dreizehn Tischler­meister der Abschlussjahrgänge 2019 und 2020 aller drei Kammerbezirke in Sachsen, welche von ihrem jeweiligen Meisterprüfungs­ausschuss für den Sächsischen Meisterpreis im Tischlerhandwerk nominiert wurden, traten mit ihren besonderen Meisterprüfungsarbeiten
gegeneinander an. Eine fachkundige Jury bewertete die Meisterarbeiten nach den Kriterien Kreativität, Innovation, Form und Proportion, Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit, handwerkliche Qualität.

Leistungsfähigkeit des sächsischen Tischlerhandwerks

Mit dem Meisterpreis bringen die sächsischen Tischlerinnungen die hohe Leis­tungsfähigkeit und Kreativität des Tischlerhandwerks (wenn auch in Corona-Zeiten vorwiegend über die Social Media-Kanäle) einer breiten Öffentlichkeit nahe und setzen ein klares Zeichen gegen die „Geiz ist geil"- Mentalität.

Danksagung

Die Organisation und Durchführung wurde maßgeblich gefördert durch die Münchener Verein Versicherungsgruppe  und die imos AG, welche die Preisgelder von insgesamt 3.250 Euro zur Verfügung stellte. Weiterhin bedanken sich die sächsischen Tischler­innungen für die tolle Unterstützung der Furnier- und Schnittholz Handelsgesellschaft mbH.

Die Preisträger

1. Platz: Paul Strobel, Radebeul Schreib- und Arbeitsplatz

Der wandhängend ausklappbare Arbeitsplatz ist im Hinblick auf Formgebung, Materialanmutung und Funktionalität ein souveränes Solitärmöbel: Weißer Mineralwerkstoff dient dem farbgewaltigen 3D-Palisanderfurnier der flankierenden konisch-konvex gespannten Seiten als neutrales Passepartout und zeigt mit einem Korpus aus einem Guss sowie den präzisen Spaltmaßen im Schubkastenbereich seine Stärke als homogenes Material. Konstruktiver und funktionaler Schwerpunkt des Möbels ist die selbst entwickelte, über einen synchronisierten Seilzug und eine Gasdruckfeder gedämpfte Klappenmechanik, die im Look and Feel noch den Charme eines Prototyps hat. Hervorzuheben sind der Mut und die Originalität, ein Möbelstück zu entwickeln, das in Formgebung, Funktion, Material und Ausführung nicht nur auf der Höhe der Zeit steht, sondern auch Neues auslotet.

2. Platz: Michael Zscharschuch, Glashütte Esstisch über Eck ausziehbar

Variable Funktionalität, einfache Bedienbar­keit und überragende Handwerklichkeit zeichnen den kompakten Esstisch in Kanadischem Ahorn und Satin-Nussbaum aus, der sich mehrstufig in der Länge und über Eck zu einer größeren Tafel erweitern lässt. Die Erweiterungen der Platte sind jeweils verdeckt zwischen den Zargen untergebracht. Sie lassen sich mittels einer adaptierten Klappenmechanik exakt positionieren und schließen formschlüssig im Konterprofil bei Weiterführung des Furnierbildes an den Mittelteil an. Akribisch durchkonstruiert ist auch die teleskopartige Zargenerweiterung mit geteilten Tischbeinen. Als besonderer Clou lässt sich eines der Beine über Magnete in zwei Hälften trennen und an der freien Ecke über Bettbeschläge anfügen. Die Ästhetik des Möbels liegt vor allem in seiner ingenieurmäßigen Konstruktion und der virtuosen Ausführung begründet.

Esstisch über Eck ausziehbar

3. Platz: Frank Wiederänders, Schönfeld Lowboard mit Bücherregal

Das Kombinationsmöbel aus wandhängen­dem Sideboard und bodenständigem Bücherregal wurde für den Flurbereich entworfen: Funktional durchdacht und in den Dimensionen abgestuft, erschließt es die wohnliche Nutzung einer Raumecke als offene Ablage und verdeckte Aufbewahrung. Massive gebürstete Eiche und rückseitig schwarz lackiertes Glas verbinden in ihrer unterschiedlichen Materialanmutung und Haptik gediegene Wohnlichkeit mit Modernität. An den horizontal als Viertelkreis mit Aussparung der Ecke gestalteten Schub­kastenkorpus mit mechanisch geführten Push-to-open-Auszügen schließt sich organisch ein in Form und Holzauswahl einer Astgabel nachempfundenes Regal an und verankert das Möbel vertikal im Raum. Ein gelungenes Stück Innenausbau auf kleiner Fläche!

Lowboard mit Bücherregal

(Johannes Niestrath, dds)